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Zentrum für Naturheilverfahren |
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Sommerzeit – Belastungszeit für Herz und Kreislauf
Einleitung Seit einigen Jahren, genauer seit dem Jahr 2003, jagt ein „Jahrhundertsommer“ den nächsten. Es treten immer längere Perioden mit extrem hohen Temperaturen auf. Für Menschen mit entsprechender Disposition, also besonders Kleinkinder, Jugendliche im pubertären Wachstumsschub und Senioren leiden unter diesen Witterungsbedin-gungen ganz besonders. In Europa wurden im Jahr 2003 insgesamt 35.000 Sterbefälle in Folge von Hitzeeinwirkung verzeichnet. Eine Auswertung des Statistischen Landesamtes von Baden – Württemberg zeigt einen außerordentlichen, in den Vorjahren nicht verzeichneten Anstieg der Todesfälle in den Monaten Juli und August. Um unsere Patienten optimal beraten zu können und sie vor Erkrankungen durch die Sommerhitze zu schützen, soll im Folgenden betrachtet werden, wie der Organismus extreme Temperaturen verarbeitet und warum die oben genannten Bevölkerungsgruppen besonders prädestiniert sind.
Temperaturregulation des menschlichen Körpers Der Mensch hält als warmblütiges Lebewesen seine Körpertemperatur in einem Bereich um 37°C konstant und das unabhängig von der Umgebungstemperatur, die je nach Klimazone von -50 °C bis +50 °C schwanken kann. Jeder Mensch hat eine so genannte Behaglichkeits- oder Wohlfühltemperatur. Bereits bei dieser „klimatischen Größe“ gibt es zwei Anpassungsmechanismen: die autonome Temperaturregulation und die bewusste (oder auch unbewusste) Verhaltensanpassung an klimatische Gegebenheiten.
Autonome Temperaturregulation Im menschlichen Körper ist die so genannte Kerntemperatur, also die Temperatur der inneren Organe weitestgehend konstant, während die Temperatur der Körperoberfläche der Extremitäten stark variiert. Der Körperkern kann sich abhängig von der Umgebungstemperatur oder der Arbeitsleistung ausdehnen oder zusammenziehen Die Abgabe von Körperwärme an die Umgebung wird auf einfache Weise durch eine vermehrte Hautdurchblutung in der Peripherie bewerkstelligt. Hierbei werden die kleinsten Blutgefäße weit gestellt (Vasodilatation). Dieser Effekt macht sich optisch durch eine Veränderung der Hautfarbe von blass bis hin zu rosig - rötlich und bei der Palpation durch eine Temperaturerhöhung bemerkbar. Muss der Organismus bei hohen Temperaturen und damit auch einer hohen Kerntemperatur Wärme über die Haut der Extremitäten abgeben, verändern sich Herzleistung und die Blutversorgung der inneren Organe signifikant. Bei einem ruhenden Menschen bei Behaglichkeitstemperatur liegt die Förderleistung des Herzens bei ca. 6 l/ min. Hiervon gehen ungefähr 10% zur Haut und 50% zu den inneren Organen. Bei hoher Temperaturbelastung (Kerntemperatur 39 °C) steigert sich die Förderleistung auf fast 13 l/ min, wobei mehr als 60% zur Hautdurchblutung und weniger als 20% für die inneren Organe verwendet werden. Auch die Muskeldurchblutung verändert sich. Unter Wärmeeinfluss nimmt sie um ca. die Hälfte ab. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die im Körper produzierte Wärme aus Stoffwechselprozessen entsteht. Hier haben wir insbesondere die Leber, deren Temperatur im Schnitt 1,5 °C über der des restlichen Körpers liegt, und die Skelettmuskulatur. Je stärker die Muskulatur beansprucht wird (mittlere bis schwere körperliche Arbeit) desto mehr Körperwärme entsteht. Der zweite autonome Regulationsmechanismus zur Senkung der Körpertemperatur ist die Schweißproduktion. Das Verdampfen des Schweißes auf der Haut bewirkt eine Abkühlung der Körpertemperatur. Hierbei ist zu beachten, dass nur der Schweiß eine Kühlung bewirkt, der verdampft. Schweiß, der als Perlen vom Körper tropft oder die Kleidung durchfeuchtet hat hierauf keinen Einfluss. Auch bei hoher Luftfeuchtigkeit, also feucht-heißem Wetter, ist die Schweißmenge, die verdampfen kann geringer und erzielt somit weniger Kühlung. Schwitzen bedeutet auch Wasser- und Elektrolytverluste, die gerade bei heißen Witterungen zusätzlich substituiert werden müssen!
Verhaltensanpassung Hier sind Faktoren zu erwähnen, die jeder von uns kennt. Um Behaglichkeitstemperatur zu erhalten, können wir auch aktiv eingreifen. Wir können die Heizung auf oder zu drehen, die Kleidung verändern, Sonnenexposition meiden, in dem wir schattige Orte aufsuchen, für eine bessere Luftzirkulation sorgen (Fächer, Ventilator, Durchzug) und wir können das Maß an körperlicher Tätigkeit den Temperaturen anpassen. Auch die Ernährungsumstellung hin zu fettarmer, leichtverdaulicher Kost kann eine Maßnahme zur Anpassung an übermäßig heißes Wetter sein.
Kreislaufschwäche – Ursachen und begleitende Faktoren Wie oben bereits erwähnt, gibt es Bevölkerungsgruppen, die auf extreme Hitze besonders empfindlich reagieren: Kleinkinder, Jugendliche im pubertären Wachstumsschub und ältere Menschen. Die Ursachen für die Anfälligkeit des Herz-Kreislaufsystems auf heißes Wetter sind im Grunde ähnlich.
Hypovolämie Der gemeinsame Faktor ist ein Missverhältnis zwischen Gefäß- und Blutvolumen, in diesem Fall die so genannte Hypovolämie. Dies bedeutet, dass das zirkulierende Blutvolumen im Verhältnis zum Gefäßvolumen zu klein ist, also ein Flüssigkeitsmangel im Gefäßsystem vorliegt. Nach den oben beschriebenen autonomen Regulations-mechanismen ist dies auch klar. Durch die Notwendigkeit der Wärmeabgabe kommt es zur Gefäßerweiterung in der Peripherie, das Gefäßvolumen vergrößert sich. Durch die Abgabe von Schweiß zur Verminderung der Körpertemperatur verringert sich die Blutmenge. Beide Maßnahmen addieren sich und können somit zu einer Kreislaufschwäche bis hin zum Kreislaufkollaps führen. Hierbei spielen noch drei weitere Faktoren eine wichtige Rolle.
Flüssigkeitshaushalt Punkt 1 betrifft den Flüssigkeitsgehalt des Körpers in Abhängigkeit vom Alter. Der Säugling hat mit ca 90% den größten Wasseranteil, der sich beim Erwachsenen auf 70% einpegelt und im höheren Alter auf 60 - 45% absinken kann. Der geringe Anteil im Alter ist hauptsächlich auf die zu geringe Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen. Der sehr hohe Wasseranteil im Säuglings- und Kindesalter sowie der sehr geringe Anteil bei älteren Menschen, macht beide besonders anfällig für größere Flüssigkeits-verluste, wie beispielsweise Durchfälle und starkes Erbrechen.
Herz-Kreislaufschwäches In diesem Bereich sind es die Jugendlichen im Wachstumsschub und die Senioren auf die wir ein besonderes Augenmerk legen müssen. Beim Längenwachstum des Jugendlichen kann es sein, dass die Herz-, Gefäß- und Skelettmuskulatur einen bestimmten Zeitraum braucht, um sich an die neuen Verhältnisse anzupassen. Folge sind ein zu niedriger Blutdruck und ein Mangel an der notwendigen Muskelpumpe für den Rücktransport des Blutes aus der Peripherie zum Herzen. Das Blut versackt in der Peripherie. Dieses Beschwerdebild wird Orthostase-Syndrom genannt. Beim älteren Menschen liegt die Ursache meistens in einer Herzschwäche, dem so genannten Altersherz oder in einer Herzinsuffizienz. Gerade hier sollte der Therapeut unbedingt die Medikation hinterfragen! Oft ist die Dosis an blutdrucksenkenden Präparaten oder Diuretika im Sommer für die Witterungsbedingungen zu hoch eingestellt und sollte ärztlich kontrolliert neu angepasst werden.
Körperliche Fitness Als letzten Punkt möchte ich die körperliche Fitness ansprechen. Dass die körperliche Leistungsfähigkeit mit den Jahren abnimmt, ist ein ganz normaler Alterungsprozess. Die Elastizität und die Regenerations-fähigkeit der Zellen und der Gewebe sinkt mit fortschreitendem Alter. Der Patient kann nur versuchen, bei besonders heißer Witterung alle körperlich anstrengenden Tätigkeiten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Was viel beachtenswerter ist, sind Studien die bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt wurden. Sie zeigen, dass in den letzten 20 Jahren die durchschnittliche körperliche Fitness signifikant abgenommen hat. Ursachen hierfür sind vor allem mangelnde körperliche Bewegung, Übergewicht, ungesunde Ernährung übermäßiges Sitzen vor dem Bildschirm. Neben Haltungsschäden und Wirbelsäulenerkrankungen sind vor allen Muskel- und Kreislauf-schwäche eine direkte Folge. Hier finden wir vielfältige Therapieansätze für unsere Patienten.
Krankheitsbilder – Definitionen und Symptome 1. Hitzeschäden Als Hitzeschaden bezeichnet man eine Gesundheitsstörung, die durch eine für längere Zeit bestehende Erhöhung der Umgebungstemperatur hervorgerufen wird. Hierbei unterteilt man in: - Sonnenstich - Hitzekrampf - Hitzekollaps und - Hitzschlag
Sonnenstich (Heliosis) Hier handelt es sich um ein Krankheitsbild nach intensiver Sonnenbestrahlung des Kopfes oder des Nackens. Leitsymptomatisch treten Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Brechreiz und Pulsbeschleunigung auf. Es kann zur Insolationspsychose, Sopor und Koma kommen. Hitzekrampf Diese Krämpfe basieren auf einem Elektrolytverlust durch übermäßiges Schwitzen bei starker körperlicher Belastung unter Hitzeinwirkung. Aufgrund der Elektrolytausscheidung (insbesondere Kochsalz) durch den Schweiß kommt es zu einer relativen Vermehrung der Intrazellularflüssigkeit. Es beginnt mit Mattigkeit, Kopfschmerzen, psychischer Reizbarkeit, Brechneigung, Rückgang der Harnbildung und gipfelt in Krämpfen der – schließlich brettharten – Arbeitsmuskulatur. Hitzekollaps Dieses Krankheitsbild wird auch als Hitzeerschöpfung bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Versagen des peripheren Kreislaufs mit mangelhaftem venösem Rückfluss. Vorboten sind Hautrötungen und starke Schweißbildung bei gleichzeitiger Trockenheit der Schleimhäute und quälendem Durst. Kopfschmerzen, Sehstörungen, Ohrensausen und Schwindel gehören ebenso zum Krankheitsbild. Der Hitzekollaps kann übergehen in den Hitzschlag. Hitzschlag Beim Hitzschlag handelt es sich um die akuteste und schwerste Form des Hitzeschadens. Hier kommt es durch massive exogene Hitzeeinwirkung und gleichzeitiger Behinderung der Wärmeabgabe (z. B. Behinderung der Schweißverdampfung bei hoher Luftfeuchtigkeit) zu einem Anstieg der Kerntemperatur auf mehr als 41 °C (bis zu 44 °C). Nachfolgend kommt es zum Kreislaufversagen unter möglicherweise vorherigem Blutdruckanstieg. Begünstigt wird die Entwicklung durch eine Behinderung der Schweißsekretion. Es kommt vor dem Übergang zum Hitzschlag zu den oben genannten Symptomen des Hitzekollapses. Anschließend folgen extrapyramidale Hyperkinesien, Herdsymptome, Versagen des Atem- und Kreislaufzentrums, schwere Irregularitäten der Herztätigkeit und schließlich der Wärmetod.
2. Erkrankungen, die die Entstehung von Hitzeschäden begünstigen Hypotonie Wenn der arterielle Blutdruck unter dem Normwert (< 100/ 60 mmHg) liegt, spricht man von einer Hypotonie. Erzeugen niedrige Blutdruckwerte keine Symptome (asymptomatische chronische Hypotonie) sind sie nicht behandlungsbedürftig. Ein Behandlungsbedarf besteht erst dann, wenn ein zu niedriger arterieller Blutdruck die Durchflutung der inneren Organe nicht mehr gewährleistet. Von einer orthostatischen Dystonie (heute Orthostase – Syndrom) spricht man, wenn es unter einer Stehbelastung (z. B. beim Shellong – Test) zu einer Abnahme des venösen Rückflusses und einer Verringerung der Herzkammerfüllung während der Diastole kommt. Bei der orthostatischen Dystonie unterscheidet man nach der Ätiologie folgende Gruppen:
- die nicht-autonom-nervöse Hypertonie mit folgenden Ursachen o Volumenmangel in Folge von Flüssigkeitsverlusten o Erkrankungen des Herzens und der Gefäße (Aortenstenose, Kardiomyopathien) o Endokrine Ursachen (Morbus Addison, Hypophysen-vorderlappeninsuffizienz, Hypothyreose) o Medikamentöse Ursachen (Diuretika, Antihypotensiva)
- die autonom-nervöse orthostatische Hypotonie o infolge primärer neurogener Erkrankungen (seltenere Ursache)
Altersherz oder leichte bis mittelschwere Herzinsuffizienz Das Altersherz ist eine Vorstufe der Herzinsuffizienz. Es handelt sich hierbei um eine Leistungsminderung des Herzmuskels, welche im Alltag keine auffälligen Beschwerden hervorruft. Medizinisch betrachtet entspricht das Altersherz der leichten Belastungsinsuffizienz. Die Herzinsuffizienz wird nach der NYHA in vier Stadien eingeteilt:
Stadium I völlige Beschwerdefreiheit bei normaler körperlicher Belastung (keine subjektiven Beschwerden) Stadium II Beschwerden bei starker Belastung Stadium III Beschwerden bei leichter körperlicher Belastung Stadium IV Beschwerden bereits in Ruhe
Therapie und Vorbeugung
Vorbeugende Maßnahmen
Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt Da die schwerwiegendste Ursache der Wasser- und Elektrolythaushalt ist, liegt die sicherste Maßnahme zur Vorbeugung klar auf der Hand. Trinken, trinken, trinken! Aber was bedeutet „richtiges Trinken? Der normale Durchschnitt an täglicher Flüssigkeitszufuhr sollte 1,5 – 2,0 Liter pro Tag betragen. Personen, die stark schwitzen, oder Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten, brauchen entsprechend mehr Flüssigkeit. Entscheidend ist natürlich nicht nur die Menge der Getränke, sondern auch die Qualität. Kaffe, schwarzer Tee, stark gesüßte Limonaden und alkoholische Getränke zählen nicht zu den Getränken, die unseren Wasserhaushalt unterstützen und ausgleichen. Ganz im Gegenteil: sie entwässern den Körper zusätzlich. Auch Kräutertees, die eine entwässernde Wirkung haben sind zu meiden. Milch zählt nach der DGE nicht zu den Getränken, sondern ist ein Lebensmittel. Die optimale Art, dem Körper Flüssigkeit zuzuführen, ist Mineralwasser, bevorzugter Weise stilles Wasser. Auch Fruchtsaftschorle ist eine gute Möglichkeit dem Körper Wasser und Energie zukommen zu lassen. Tee und Kaffe können ohne Beeinträchtigungen des Flüssigkeitshaushaltes ebenfalls genossen werden, wenn zu jeder Tasse dieser Getränke auch ein Glas Wasser konsumiert wird. Eine weitere Alternative, die auch den Mineralstoffhaushalt des Körpers entlastet, sind die sog. Iso-Drinks. Diese gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und auch in zuckerreduzierter und zuckerfreier Form. Die Zufuhr ausreichender Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen kann durch die Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln gewähr-leistet werden. Ich empfehle meinen Patienten neben dem Einsatz von Vollmeersalz in der täglichen Speisezubereitung die Einnahme von Neukönigsförder Mineralstofftabletten® NE.
Allgemeine Ratschläge
1. Verlegen Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten auf die kühleren Tagesabschnitte. 2. Sorgen Sie für ausreichende Luftzirkulation (Ventilator, Durchzug). 3. Tragen Sie lockere Kleidung, die Staunässe durch Schweißbildung verhindert (Naturfasern). 4. Essen Sie bekömmliche, leicht verdauliche Kost (frisches Obst, Gemüse und Salate) in mehreren kleinen Mahlzeiten. 5. Stellen Sie sich in jeden Raum ein Glas und eine Flasche des Getränkes Ihrer Wahl als Erinnerungsstütze. 6. Meiden Sie direkte Sonnenbestrahlung. 7. Tragen Sie eine entsprechende Kopfbedeckung (wichtig ist hierbei eine helle, das Licht reflektierende Farbe) wenn Sie sich im Freien bewegen. 8. Nehmen Sie immer eine kleine Flasche Wasser mit, wenn Sie längere Zeit unterwegs sind. Auch Traubenzucker sollte sich im „Handgepäck“ befinden. 9. Wenn Sie baden gehen, springen oder gehen Sie niemals erhitzt schnell ins kalte Wasser. Laufen Sie erst einige Minuten herum und gehen Sie langsam nach und nach ins Wasser. Baden Sie auch nicht mit vollem Bauch. 10. Gehen Sie nur in Begleitung ins Wasser.
Therapiemöglichkeiten bei Hypotonie
Nichtmedikamentöse Möglichkeiten Oft reichen die gerade beschriebenen Verhaltensweisen schon aus, um bei bestehender Hypotonie eine deutliche Verbesserung zu erreichen. Aber auch durch angepasste Bewegungsprogramme lassen sich weitere Verbesserungen erzielen. Beginnen Sie schon vor dem morgendlichen Aufstehen damit, ihren Kreislauf in Schwung zu bringen. Bleiben Sie nach dem Erwachen noch liegen, springen Sie auf keinen Fall spontan aus dem Bett. Dann beginnen Sie langsam „Rad zu fahren“: in Rückenlage die Beine nach oben anwinkeln und eben wie beim Radfahren bewegen. Auch das Ausstrecken der Arme nach oben und die Hände einige male zur Faust schließen und wieder öffnen, ist eine gute Übung. Haben Sie Ihren Frühsport beendet, setzen Sie sich auf die Bettkante und lassen Sie die Füße nach unten baumeln. Bleiben Sie auch hier noch einen Augenblick sitzen, bis das Blut in die Beine gelaufen ist und stellen Sie sicher, das Ihnen nicht schwindelig wird. Erst dann stehen Sie auf. Neben diesen einfachen Übungen, die Sie zu Hause machen können, empfehle ich ein gezieltes Venentraining, vor allem der unteren Extremitäten und ein gezieltes Sportprogramm. Für Jugendliche ein Training zum Aufbau der Muskulatur und zur Stabilisierung von Kreislauf und Herzleistung und für den Menschen „50 +“ angebotene Kurse zur Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Medikamentöse Therapien Hypotonie Da gerade die älteren Menschen das Trinken oft vergessen, besonders daher, weil das Durstempfinden einfach fehlt, bietet sich hier die Infusionstherapie als geeignete Möglichkeit an. Führen Sie diese Infusion mit einem kreislaufstabilisierenden Präparat (Infi-Cactus-Injektion, Infi-Camphora-Injektion NT) oder einer Kombination aus Vitaminen und Mineralstoffen durch. Ist die Copliance des Patienten bezüglich seines Trinkverhaltens sehr gut, kann die Therapie auf die orale Einnahme beschränkt bleiben. Hier empfehlen sich die Präparate Infi-Camphora Tropfen, Löwe-Komplex Nr.2 Coffea und Löwe-Komplex Nr.3 N Rauwolfia. Um Flüssigkeitszufuhr und therapeutische Wirksamkeit zu unterstützen, verordne ich meinen Patienten eine Teemischung, die wie oben bereits angegeben, jeweils mit einem begleitenden Glas Wasser eingenommen werden soll. In dieser Teemischung finden sich:
Folia Rosmarini 20 g Herba Urticae 30 g Flores Sambuci 30 g Radix cum Herba Taraxaci 20 g Folia cum Flores Crataegi 30 g Folia Menthae 20 g Fructus Sambuci 50 g
Von diesem Tee ist dreimal täglich eine Tasse zu trinken, wobei 1 EL mit 250 ml heißem (nicht kochendem) Wasser 20 Minuten abgedeckt ziehen muss. Eine altbekannte Möglichkeit den Kreislauf anzuregen und die Venetätigkeit zu fördern sind Die Kneipp – Anwendungen. Kalte Güsse an den Beinen fördern den Muskeltonus und die Gefäßspannung der Venen. Bei Güssen unterscheidet man sog. Flachgüsse, die mit geringem Druck ausgeführt werden und bei denen der Temperaturreiz entscheidend ist und die Druckstrahlgüsse bei denen auch der mechanische Reiz eine entscheidende Rolle spielt. Bitte beachten Sie, dass Krampfadern und Thromboseneigung Kontraindikationen für eine Behandlung mit Güssen sind.
Bei allen Güssen ist zu beachten: Niemals kalte Güsse anwenden, wenn die Haut kalt ist, oder ein Kältegefühl oder Frösteln besteht. Eventuell ist vorher eine Erwärmung oder warme Kleidung anzuwenden. Auch Bewegung ist eine vorbereitende Maßnahme. Güsse sollten auch niemals unmittelbar nach dem Essen durchgeführt werden. Der Raum, in dem die Behandlung erfolgt, sollte gut temperiert sein. Nach einer körperlichen Anstrengung sollte eine Pause von mindestens 30 Minuten eingelegt werden, bevor ein Guss angewendet wird. Bei kalten Güssen soll vor Beginn des Gusses eingeatmet und mit Beginn des Gusses ausgeatmet werden. Während der Anwendung sollte Ruhe und Stille herrschen. Der Anwender sollte sich auf die Güsse konzentrieren. Das Wasser sollte ungehindert ablaufen können, so dass der Patient nicht im Wasser steht. Bitte weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass die ersten Behandlung mit Kneipp-Güssen nur in Anwesenheit einer zweiten Person durchgeführt werden sollten.
Altersherz Bei allen relevanten Erkrankungen des Herzens im Sinne von Altersherz, Herzschwäche und Herzinsuffizienz, möchte ich daran erinnern, die bestehende Medikation durch den Arzt überprüfen und gegebenenfalls an die Witterungsbedingungen anpassen zu lassen. Auch sollte bei der Einnahme von Antihypertensiva und Diuretika die begleitende Behandlung mit Homöopathie oder Phytotherapie mit dem Arzt abgesprochen werden. Für das Altersherz und die leicht Herzschwäche empfehle ich Ihnen den Einsatz von Infi-Crataegus Tropfen, Löwe-Jomplex 10 Convallaria, Roth Rotacard, Infi-Cuprum Injektion, Löwe-Komplex Nr.2 Coffea und Löwe-Komplex Nr.3 N Rauwolfia. Im Beitrag von NAME DES AUTORS in dieser Auflage wird auf die angeführten Präparate noch genauer eingegangen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Patienten eine unbeschwerte Sommerzeit.
Literaturverzeichnis 1. Innere Medizin, Stobbe/ Baumann, Ullstein Mosby, 7. Auflage 2. Innere Medizin, Gotthard Schettler, Heiner Gteter, Thieme Verlag, 9. Auflage 3. dtv-Atlas Ernährung, deutscher Taschenbuch Verlag 4. Roche Lexikon Medizin, Urban & Fischer, 5. Auflage 5. Dr. Lothar Baumann, Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 4/2005 6. Dr. rer. Nat. Bernd Kampmann, Habilitationsschrift, Bergische Universität – Gesamthochschule Wuppertal, 2000
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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert 06.12.09