Zentrum für Naturheilverfahren

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Injektopunktur mal anders – die traditionelle chinesische Shu – Mu – Methoden

 

Seit Jahren hat sich die Injektopunktur mit Infirmarius – Präparaten nach Dr. med. Jochen Schleimer in der täglichen Praxis bewährt. Heute möchten wir Ihnen eine alternative Methode aus der traditionellen chinesischen Medizin vorstellen: die Shu – Mu – Methode.

Die Shu – Punkte (Zustimmungspunkte)

Shu bedeutet im der chinesischen Medizin transportieren oder befördern. Die Shu – Punkte liegen alle auf dem inneren Astes des Blasenmeridians und transportieren die Lebensenergie (Qi) zu den jeweils zugehörigen Organen. Jedem Yin – Organ (Speicherorgan) und den Yang – Organen (Hohlorgane) ist ein Punkt des Blasenmeridians zugeordnet. Zu den Yin – Organen gehören die Lunge (P), die Milz (L), das Herz ©, die Niere ®, das Pericard (PC) und die Leber (H). Zu den Yang – Organen zählen der Dickdarm (IC), der Magen (S), der Dünndarm (IT), die Blase (V), der Dreifacherwärmer (3E) und die Gallenblase (Gb). Die Punkte liegen 1,5 Cun lateral der Mitte der Wirbelsäule segmental unterhalb des jeweiligen Dornfortsatzes. Diese Punkte haben neben ihrer therapeutischen Bedeutung auch eine diagnostische Funktion. Bei Störungen im zugehörigen Organ werden sie bei der Palpation als druckempfindlich beschrieben und werden daher auch Zustimmungspunkte genannt.

 

Die Mu – Punkte (Alarmpunkte)

Mu steht für „sammeln“. Alle Mu – Punkte liegen auf der Körpervorderseite im Rumpfbereich. Auch hier ist jedem Organ ein Punkt zugeordnet. Die Mu – Punkte haben sowohl eine therapeutische, als auch eine diagnostische Funktion. Hier findet man neben der Druckempfindlichkeit auch häufig eine veränderte Konsistenz des Gewebes.

 

Der innere Ast des Blasemeridians

Er beginnt im BWS – Bereich (Wirbelkörper Th1) mit V11 und verläuft dann bis V30 parallel zur Wirbelsäule. Im Bereich des Ileosacralgelenkes macht er einen Knick nach außen. Dort liegen vier Punkte in den Ileosacrallöchern. V35 bildet das Ende der Wirbelsäulenpunkte des inneren Astes und liegt neben dem Steißbeinwirbel. Die Punkte liegen 1,5 PZ seitlich der Dornfortsatzreihe auf dem höchsten Punkt der Rük-kenmuskulatur. Dies entspricht der Lage der Querfortsatz – Rippen – Gelenke. Dadurch haben die Punkte des 1. Astes eine direkte Wirkung auf die Wirbelsäule und sind energetisch sehr wirksam.

 

Um die Punkte aufzufinden, lässt der Patient die Arme hängen. Dadurch bilden die inneren Ränder der Schulterblätter eine Senkrechte. Die Strecke zwischen dieser Senkrechten und der Dornfortsatzreihe entspricht dann 3 PZ. Die Punkte liegen in den Räumen zwischen den Dornfortsätzen. Hat man den Bereich gefunden sucht man die Maximalpunkte.

 

V11 – V17

Bei der Palpation der Shu – Punkte liefern die subjektiven Empfindungen des Patienten eine Aussage über den Zustand der zugehörigen Organsysteme, während die objektiven Palpationsergebnisse ( Muskeltonus ) den energetischen Zustand des Blasenmeridianes wiedergeben. Der haut können Hautveränderungen, Hautfarbe, Hautausschläge oder Muttermale ebenfalls ein Hinweis auf Störungen der inneren Organe liefern.

 

Ist ein Shu – Punkt schmerzhaft, liegt ein Befall mit einem pathogenen Agens, also eine Fülle im zugehörigen Organ vor. Ist der Schmerz angenehm (Lustschmerz), herrscht ein Mangel an physiologischer Energie, also ein Leere – Zustand. Dann handelt es sich um ein Qi- oder Yin – Schwäche – Syndrom des Funktionskreises.

 

Der Bereich zwischen den Schulterblättern ist die Reflexzone für die Thoraxfunktionskreise P (Lunge), PC (Perikard), C (Herz). V11, V12, und V13 sind Reflexzonen für Asthmatiker und gut geeignet, um im beschwerdefreien Intervall oder bei „Vorahnungen“ zu therapieren. Sie werden dann oft in Kombination mit P9 genadelt. Eventuell kann auch P1 mitbehandelt werden, wenn die o.g. 4 Punkte nicht ausreichen, ein emotional bedingtes Asthma vorliegt oder wenn P1 bei der Palpation auffällig ist. V14 ist der Shu – Punkt des Pericards, V15 der des Herzens. V16 ist der Shu – Punkt des Lenkergefäßes und hat eher hinweisenden Charakter. V17 wird dem Zwerchfell zugeordnet. Mit diesem Punkt erreicht man den Tonus des Diaphragmas. Der Atemrhythmus und die damit verbundene Bewegung des Zwerchfells fungiert wie eine Massage von Leber und Milz und ein Schaukeln (Wiegen) des Herzens. Bewährte Indikationen für diesen Punkt sind alle Formen von gegenläufigem Qi. V17 ist ebenfalls der Meisterpunkt des Blutes. Meisterpunkte beziehen sich immer auf Energien. Er wird bei anämischen Zuständen verwendet, kann aber auch bei Bluthitzezuständen und Erregungszuständen hilfreich sein. Ein weiterer Blutpunkt ist L10. Allerdings ist die Harmonisierung von Störungen des Blutes mit V17 eher langwierig.

 

 

Das „Vierer – Päckchen“

 

                        V18     Leber

                        V19     Gallenblase

                        V20     Milz

                        V21     Magen

 

Die Punkte werden am besten von unten nach oben palpiert. V20 ist der letzte Punkt im BWS – Bereich, V21 der ersten im LWS – Bereich. Diese beiden Punkte markieren den thorakolumbalen Übergang und stehen für regenerierbare Energien. Patienten mit charakteristischem Habitus zeigen in diesem Bereich häufig Reaktionen. Ist einer dieser Shu – Punkte auffällig, lohnt es sich, alle zu untersuchen und zu behandeln. Shu – Punkte werden generell beidseitig therapiert.

 

LWS – Punkte

V23 ist der Shu – Punkt der Niere (L2/ L3). Der Patient beschreibt als Leitsymptom ein Gefühl, als ob die Wirbelsäule durchgebrochen wäre. Dieser Punkt ist energetisch hochwirksam, da er über die Niere den Zugang zu Urenergien liefert.

 

V22 ist der Shu – Punkt des Dreifacherwärmers. Man beachte, dass die Niere und der Dreifacherwärmer über die Feuer – Wasser – Achse in einer Wandlungsphasen-achsenbeziehung stehen. Das innere Brennen ist ein typisches Symptom dieses Funktionskreises.

 

V25 liegt auf der Höhe des Darmbeinkammes (L4/ L5). Er ist der Shu – Punkt des Dickdarms.

 

V27 steht für den Dünndarm und V28 ist für die Blase zuständig. Beide stehen in einer Yang – Achsen – Beziehung (2. Umlauf). Sie werden weniger bei Innenstörungen, sondern vielmehr bei somatisierten Außenstörungen angewendet. Häufig projizieren sich Unterleibsstörungen auf den Ileosacralbereich und weisen damit auf tieferliegende Störungen hin. Man sollte daher in diesem Fall die Niere auf jeden Fall mituntersuchen.

 

V24 und V26 sind nicht so bedeutsam und werden meist lokal angewendet.

 

Die Lage der Mu – Punkte entnehmen Sie bitte obiger Abbildung. Zu den Mu – Punkten des Dreifacherwärmers ist noch zu erwähnen, dass er unterteilt werden kann in die Mu – Punkte des unteren (Rs5), des mittleren (Rs10) und des oberen (Rs17) Erwärmers. Rs7 ist ein Ergänzungspunkt der zusammen mit Rs5 das Hara oder Himmelsfenster einkreist (Rs6)

 

Rs10 kann verwendet werden für Beschwerden im Oberbauch mit Problemen im Säftehaushalt (Yin – Schwäche – Syndrom).

 

Therapeutische Vorgehensweise

 

Es werden immer erst die Shu- und dann die Mu- Punkte palpiert. Je mehr die Störung die Yang – Energien betrifft, desto eher findet man Reaktionen bei den Shu – Punkten. Je mehr die Störung die Yin – Energien betrifft, desto mehr reagieren die Mu – Punkte. Shu – Punkte werden mehr für Yangprobleme, im Sinne von Störungen im vegetativ – funktionellen Bereich angewendet. Mu – Punkte sind eher für Yin – Probleme bei manifest vorhandener organotroper Pathologie. Bei einem Behandlungsbedarf von Shu – und Mu – Punkten werden erst die Shu – Punkte therapiert und nach einer Pause die Mu – Punkte. Bei Schwäche – Syndromen ist die Therapie über die Akupunktur oder die Quaddelung hilfreicher und eleganter, es sei denn der Therapeut ist sich absolut sicher das richtige homöopathische Mittel gefunden zu haben. Eine andere Möglichkeit ist die unterstützende Anwendung nutritiver D – Potenzen im Sinne einer organotropen Stärkung des jeweiligen Organs.

 

Durch den Einsatz der Injektionspräparate der Firma Infirmarius – Rovit GmbH erhakten wir in der Praxis nun eine ausgezeichnete Kombination beider Therapieverfahren. Über die intracutane Injektion des jeweiligen homöopathischen Komplexmittels lässt sich die Arzneimittelinformation durch die Applikation am Akupunkturpunkt gezielt auf das erkrankte Organ übertragen. Für die Auswahl der Punkte ist es wichtig zu wissen, welche auslösenden Faktoren und Gewebestrukturen den jeweiligen Funktionskreisen, bzw Organen zugeordnet sind. Die folgende Tabelle ermöglicht Ihnen, zusätzlich zu Ihren Palpationsergebnissen, wirksame Punkte für die intracutane Injektion auszuwählen. Die Liste der verfügbaren Injektionspräparate sowie deren Indikationen entnehmen Sie bitte dem Kompendium der Firma Infirmarius – Rovit GmbH.

 

 

 

 

Diese Website wurde zuletzt aktualisiert 27.03.09